Unsere Geschichte

Von den ersten Löschgeräten bis zur modernen Einsatzorganisation – Stationen aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Markt Oed.

Historische Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Markt Oed mit handbetriebenen Löschgeräten um 1930
Freiwillige Feuerwehr Markt Oed um 1930

1880–1930

Von den ersten Überlegungen zur eigenen Feuerwehr

Ein Löscheimer mit der Aufschrift „Oed 4“ aus dem Jahr 1880 ist eines der ältesten erhaltenen Zeugnisse des örtlichen Feuerwehrwesens. Nachdem 1888 vier Häuser im Ortsgebiet abbrannten, wurden die Überlegungen zur Gründung einer organisierten Feuerwehr immer dringlicher.

Am 12. Februar 1896 beschloss der Gemeinderat die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Nach dem Brand des Bürgerspitals am 24. Februar fand bereits drei Tage später die konstituierende Generalversammlung statt. Zum ersten Hauptmann wurde Heinrich Sturm gewählt; Heinrich Brunnbauer übernahm die Funktion des Stellvertreters.

Die junge Wehr nahm Kontakt mit der Firma Rosenbauer auf, beschaffte Helme und Ausrüstung und organisierte den Feuerwehrbetrieb zunächst mit einfachen Mitteln. Versammlungen wurden abwechselnd bei den Gastwirten der Gemeinde abgehalten.

Historisches Feuerwehrfahrzeug Ford Canada mit einem Feuerwehrmann
Der Ford Canada – eines der ersten Feuerwehrfahrzeuge in Oed

1950–1954

Der Beginn der Motorisierung

Im Dezember 1950 berichtete der Hauptmann von den Schwierigkeiten beim Ankauf eines geeigneten Fahrzeuges. Bereits am 7. Januar 1951 konnte der Erwerb eines „Ford Canada“ bekannt gegeben werden. Der Kaufpreis betrug 6.500 Schilling; 4.500 Schilling kamen aus der Feuerwehrkasse, für den Rest gewährte die Gemeinde ein Darlehen.

Das Fahrzeug diente auch als Rüstwagen und war bis zur Fertigstellung des Depots in einer Scheune untergebracht. 1954 wurde es wieder verkauft. Im selben Jahr wurde am 4. April um 11:45 Uhr erstmals die neue Sirene erprobt – ein wichtiger Schritt hin zu einer moderneren Alarmierung.

Historischer Opel Blitz der Feuerwehr Markt Oed bei seiner Segnung
Segnung des Tankfahrzeuges Opel Blitz 1000 im Jahr 1974

1973–1980

Tankfahrzeug und neues Feuerwehrdepot

Die Jahre 1973 und 1974 standen im Zeichen der Finanzierung eines Tankfahrzeuges. Kameraden übernahmen persönlich die Haftung für einen Kredit über 200.000 Schilling. Am 25. August 1974 wurde der neue „Opel Blitz 1000“ gesegnet und offiziell in Dienst gestellt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 5. Januar 1980 rückte der dringend notwendige Depotneubau in den Mittelpunkt. Bereits im März begannen die Arbeiten; im Herbst konnte das Dach aufgesetzt werden. Ein großer Teil der Leistungen wurde durch den Einsatz der Feuerwehrkameraden möglich.

Zwei Generationen von Tanklöschfahrzeugen der Feuerwehr Markt Oed
Generationswechsel bei den Tanklöschfahrzeugen

1982–1997

Moderne Fahrzeuge für neue Aufgaben

1982 wurde das neue Feuerwehrdepot eingeweiht. Gleichzeitig entwickelte sich der Fuhrpark weiter: Der seit 1977 eingesetzte Ford Transit wurde durch einen Renault Trafic ersetzt, den die Kameraden mit Unterstützung örtlicher Betriebe selbst aufbauten.

Mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen nahmen die Einsätze auf der B1 und der Westautobahn zu. Rüstfahrzeuge wurden deshalb mit Bergegerät und Sanitätsmaterial ausgestattet, während die Ausbildung in Erster Hilfe intensiviert wurde.

1995 wurde ein Mercedes-Tanklöschfahrzeug mit 4.000-Liter-Tank, Generator, Teleskopscheinwerfern und Seilwinde gesegnet. Beim Hochwassereinsatz 1997 in St. Pölten bestand das Fahrzeug seine erste große Bewährungsprobe.

1996–2009

Eine wachsende und vielseitige Mannschaft

Am 1. Juni 1996 wurden erstmals vier Kameradinnen in die Mannschaft aufgenommen. 1997 erhielten alle Mitglieder Funkmeldeempfänger; zugleich wurden Ausbildung und Übungen an den neuen Geräten verstärkt und das Depot renoviert und vergrößert.

Die Hochwasserkatastrophe 2002 in Wallsee brachte einen tagelangen, kräftezehrenden Einsatz. 2006 wurde die Wehr in zwei Gruppen eingeteilt, die Feuerwehrjugend begann mit der Aktion „Friedenslicht“ und rund 7.500 freiwillige Arbeitsstunden flossen in einen modernen Schulungsraum.

2007 wurde ein Mannschaftstransportfahrzeug der Marke Renault Trafic angeschafft und adaptiert. 2009 besuchte die Feuerwehr die Partnergemeinde Oed-Weigendorf; im selben Jahr forderten schwere Überschwemmungen im Gemeindegebiet erneut den vollen Einsatz der Mannschaft.

Fahrzeugsegnung des neuen Voraus-Rüstfahrzeuges der Feuerwehr Markt Oed im Jahr 2014
Fahrzeugsegnung des Voraus-Rüstfahrzeuges am 2. September 2014

2010–2014

Das neue Voraus-Rüstfahrzeug

Nach einem schweren Unwetter im Jahr 2010 und der stetigen Zunahme technischer Einsätze wurde die Diskussion über ein neues Rüstfahrzeug wieder aufgenommen. 2011 budgetierte die Gemeinde dafür 150.000 Euro. In diesem Jahr rückte die Wehr zu sieben Brand- und 30 technischen Einsätzen sowie zu drei Brandsicherheitswachen aus.

2012 wurde Stefan Überlacker zum Kommandanten gewählt, Engelbert Weissengruber zu seinem Stellvertreter. Der bisherige Kommandant Siegmund Wielnig wurde einstimmig zum Ehrenkommandanten ernannt.

2013 erfolgte schließlich die Bewilligung des neuen Voraus-Rüstfahrzeuges. 2014 begannen die Übungsfahrten mit dem 5,5-Tonnen-Fahrzeug; am 2. September wurde es feierlich gesegnet. Im selben Jahr wurde außerdem die Karosserie des Tanklöschfahrzeuges umfassend restauriert.

Mannschaft der Feuerwehr Markt Oed nach der technischen Leistungsprüfung 2015
Technische Leistungsprüfung in Oed am 25. April 2015

2015

Bewährungsproben und Leistungsabzeichen

Bei einem Auffahrunfall auf der A1 bewährte sich das neue Rüstfahrzeug im Einsatz. Auch bei einer Schauübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Oehling, dem Roten Kreuz Amstetten und der Oeder Ärzteschaft wurde die Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen eindrucksvoll gezeigt.

Am 25. April 2015 stellte sich die Mannschaft erfolgreich der technischen Leistungsprüfung in Oed. Wenige Wochen später, am 9. Mai, folgte in Tulln das Landesfeuerwehrleistungsabzeichen in Gold.

Über alle Veränderungen bei Fahrzeugen, Ausbildung und Einsatzmitteln hinweg blieb der Wahlspruch der Feuerwehr unverändert: „Gott zur Ehr’, dem Nächsten zur Wehr!“

Grundlage dieser Zusammenfassung sind die bereitgestellten Seiten der Chronik zum 120-jährigen Feuerwehrwesen im Markt Oed.